Polizeisportverein Heidelberg e.V.
Polizeisportverein Heidelberg e.V.

Jodō

Trainingszeiten:

Donnerstag: 18:30 – 20:00 PSV-HD Karatehalle

Ansprechpartner:

Matthias Wenderoth
Telefon: 06203-8404979
Mobil: 0151-59245218
E-Mail: mwenderoth@freenet.de
(bei Interesse bitte vorher kontaktieren)

Anfahrt zur Trainingsstätte

 

Externer Link:

 

http://www.fej.ch/ (offizielle Webseite des Europäischen Jodoverbands, frz.-engl.)

 

Jodō (Der Weg des Stockes)

Seit Mitte der neunziger Jahre wird im PSV regelmäßig die traditionelle japanische Kampfkunst Jodō trainiert.

Ursprung des Jodō

Entstanden ist Jodō Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Begründer, Musō Gonnosuke Katsukichi, war ein Samurai, der im Tenshin Shōden Katori Shintō Ryū trainiert und dort auch die Lehrer-Lizenz erhalten hat.

Wie so vieles in jener Zeit basiert auch der Ursprung des Jodō auf einer Legende. Demnach begab sich Musō Gonnosuke Anfang des 17. Jahrhunderts nach Edo (dem heutigen Tokio), wo er mit zahlreichen berühmten Schwertkämpfern die Klingen kreuzte.

Eines Tages traf er auf Miyamoto Musashi, dem wohl berühmtesten Schwertkämpfer aller Zeiten in der japanischen Geschichte. Musashi hatte noch nie einen Kampf verloren und auch Gonnosuke musste sich der von Musashi entwickelten Jujidome-Technik beugen (Abblocken des gegnerischen Schwertes durch Kreuzen des kleinen und des großen Schwertes).

Nach dieser Niederlage durchquerte Gonnusuke das Land mit dem Ziel, weitere Kriegskünste zu erwerben, um so eines Tages das Jujidome von Musashi zu besiegen. In der Provinz Chikuzen begab er sich in eine Stadt, die heute unter dem Namen Dazaifu in der Fukuoka-Präfektur auf der Insel Kyūshū bekannt ist. Dort zog er sich 37 Tage lang in das Heiligtum von Kamado auf dem Berg Hōmen zurück.

Eines Nachts soll ihm ein himmlischer Bote im Traum erschienen sein und folgende Worte gesagt haben: „Finde den Solarplexus mit einem runden Stock!“ Inspiriert durch diese Botschaft entwickelte Gonnosuke eine neue Waffe. Es handelte sich dabei um einen einfachen Stock, der ca. 30 cm länger war als das Schwert. Die Gesamtlänge des Stockes betrug 128 cm (4 Shaku, 2 Sun, 1 Bu), der Durchmesser 26 mm (8 Bu). Diese Maße haben auch noch heute ihre Gültigkeit. Der Jo war geboren.

Jetzt begann Gonnosuke, für den Jo die geeigneten Techniken zu entwickeln. Dabei halfen ihm seine in zahlreichen Kriegskünsten erworbenen Erfahrungen wie z.B. Stichtechniken vom Speer (Yari), Techniken von der Hellebarde (Naginata), Schlagtechniken vom großen Stock (Bō) und vom Schwert (Tachi). Aus diesen unterschiedlichen Techniken ist schließlich Jojutsu entstanden, aus dem später Jodō hervorging.

Danach soll sich Gonnosuke wieder auf Wanderschaft begeben haben, um sich mit seinen neuen Techniken gegen das Jujidome von Musashi zu messen. Über den Ausgang des Kampfes gibt es unterschiedliche Versionen, einmal heißt es, Gonnusuke hätte Musashi die einzige Niederlage beigebracht, dann wieder, der Kampf sei unentschieden ausgegangen.

Jodō in der heutigen Zeit

Ungefähr Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich Jojutsu dann in Jodō gewandelt. Die beim Jojutsu stark auf den realen Kamf ausgerichteten Techniken wurden teilweise etwas entschärft, was aber nicht bedeutet, dass Jodō ungefährlich ist. Jodō wird heutzutage als Kata (Form) praktiziert. Das sind vorgegebene Abläufe, die aber so realitätsgetreu wie irgend möglich ausgeführt werden. Jeder Schlag, sowohl auf der Schwert- als auf der Stockseite, muss so ausgeführt werden, dass er den Gegner auch treffen würde. D. h., wenn man unkonzentriert an die Sache herangeht, kann man durchaus den gegnerischen Schlag abbekommen. Konzentration ist also oberste Priorität. Insgesamt lernt man 66 Kata, und dies sowohl auf der Stock- als auch auf der Schwertseite.

Daneben werden auch noch 12 Kata Kenjutsu (Schwert gegen Schwert) und 12 Kata Tanjo (kleinerer Stock gegen das Schwert) gelehrt.

Die von Gonnosuke gegründete Schule nennt sich Shintō Musō-ryū [神道夢想流]. Im Stil dieser traditionellen Schule wird auch heute noch trainiert. In Kontakt mit dieser Schule kamen mein Freund Pascal Krieger aus der Schweiz und ich, als wir 1969 nach Japan gingen, um dort Judō zu trainieren. Zu dem Zeitpunkt war Jodō noch völlig unbekannt in Europa, erst nach und nach und mit Unterstützung des Internets fand diese Kampfkunst immer mehr Anhänger in ganz Europa und weltweit. Der damalige Großmeister war Shimizu Takaji Sensei, der eine kleine Anzahl von Ausländern in seinem Dōjo herzlich willkommen hieß. Das war nicht selbstverständlich, denn zu diesem Zeitpunkt konnte man nur auf Empfehlung beitreten. Genauso herzlich heißen wir natürlich auch all jene willkommen, die an traditioneller japanischer Kampfkunst interessiert sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Shimizu Takaji Sensei

Geburtstag:

09.12. Bräuer, Rainer

11.12. Borchers, Anna-Luisa 

16.12. Pawlitschko, Gerhard

23.12. Hermann, Richard 

Herzlichen Glückwunsch